POP3 Verfahren für Server


Keine feste IP-Adresse und trotzdem eigener Mailserver


Sie haben keine feste IP-Adresse, haben das vorherige Kapitel gelesen, und möchten sich trotzdem "dem Ziel eines eigenen Mailservers" nähern ? Dann haben Sie folgende Möglichkeiten:
  1. Sie beschaffen sich eine feste IP Adresse: Früher war es schwierig, eine feste IP Adresse zu bekommen. Dafür mussten Sie schon Standleitungskunde oder Grosskunde sein. Aber nach heutigem Stand ist es doch schon länger möglich. Gerade Tarifanbieter im DSL-Bereich gibt es viele, die dieses Feature anbieten, zu bezahlbaren Preisen:


    TAL.DE Klaus Internet Service GmbH
    http://www.tal.de

    manitu / Firma Manuel Schmitt
    http://www.manitu.de/dsl/

    KAMP Netzwerkdienste GmbH
    http://kamp-dsl.de

    MK Netzdienste GmbH und Co. KG
    http://www.mk-netzdienste.de

    CityneT GmbH
    http://www.citynet.de


    VIA ADSL Flat: Always-on mit fester IP Adresse
    http://www.vianetworks.de

    Bei vielen Providern, bei denen Sie einen Tarif mit fester IP-Adresse beziehen können, gilt es die allgemeinen Vertragsbedingungen durchzulesen. Eine feste IP-Adresse muss nicht unbedingt bedeuten, dass Sie keiner Zwangstrennung unterliegen. Diese erfolgt nämlich oft vom Kabelprovider (z.B. Telekom) und kann vom Tarifanbieter nicht verhindert werden. Sie können sich "sofort" wieder einwählen, bekommen Ihre zugeteilte feste IP-Adresse und können oft sogar die Zwangstrennung auf einen Wunschtermin legen, z.B. am frühen Morgen oder vor Arbeitsbeginn.

    Auch erwähnenswert ist, dass Sie bei den meisten Providern nicht nur Ihre die beschriebenen Features erhalten, sondern oft auch einen Backup MX, der Ihre Mails in einer Warteschlange zwischenspeichert, wenn Ihr Server nicht erreichbar ist.

    Hin und wieder gibt es von den in Frage kommenden Providern spezielle Angebote zu Weihnachten oder ähnliches, mit denen man das Angebot unverbindlich zu günstigen Konditionen testen kann. Wenn nicht, dann kann Nachfragen nach einem solchen Angebot nicht schaden, zumindest ist dieses oft kostenlos.

    Die aufgelisteten Anbieter sind natürlich nur ein Auszug und in keinster Weise als TOP 10 oder ähnliches zu sehen. Die Reihenfolge ist rein zufällig gewählt, wobei viele Kollegen und Kunden mit dem Service von TAL.DE Klaus Internet Service GmbH schon gute Erfahrungen in der Community berichtet haben. Ein weiteres Suchergebnis an Anbietern finden Sie z.B. hier.


  2. Sie nutzen einen "zuverlässigen" DynDNS Provider: bei dem Sie immer wieder Ihre dynamische IP-Adresse aktualisieren. Zuverlässige DynDNS Provider sind in erster Linie diese, die kostenpflichtig sind.

    Um wieder ein Beispiel zu nennen sei folgender Service genannt, mit dem ein Kollege von mir trotz dynamischen DNS über Jahre sehr gute Erfahrung gemacht hat:


    Tzolkin Corporation / USA
    http://www.tzo.com


    Natürlich gibt es auch zuverlässige kostenlose Anbieter. Da diese allerdings kostenlos sind, haben Sie oft keinen Anspruch auf "Verfügbarkeit". Wenn also mal etwas nicht "funktioniert", haben Sie in der Regel das Nachsehen. Bei kommerziellen Anbietern zahlen Sie für die Verfügbarkeit, haben daher den Anspruch auf diese Leistungen. Darüber hinaus haben Sie auch oft die Möglichkeit des verbesserten Supports, der besseren Konfigurationsmöglichkeit der Leistungen, die Sie beziehen ("Expertenmodus"), uvm. Jedoch ist der Anspruch auf Leistung hier das Schlüsselwort.


    Geiz ist Ungeil

    Ein von mir gerne angeführtes Beispiel ist vor ein paar Jahren Wirklichkeit geworden. Viele meiner bekannten und Kollegen nutzten den dynamischen DNS Dienst bei www.dyndns.de, was für einen kostenlosen Dienst sehr zuverlässig funktioniert hat. Bis zu dem Tag, an dem der Dienst (fast?) ohne Vorwarnung und Grund vom Betreiber eingestellt wurde und es einen meiner Kollegen getroffen hat, der diesen Dienst weit über das Hobby hinaus betrieben hat (Zitat: "Das funktioniert sehr gut, benutze ich schon ewig!"). Die DNS Zone, die er im Internet nutzte, war weg und die SMTP Zustellung hat somit nicht mehr funktioniert. Das ganze wurde erst nach ein paar Tagen bemerkt, als er mich misstrauisch bat, ihm eine Mail zu schicken um zu prüfen, ob diese ankommt. Leider war er da bei einem Kunde und konnte mangels Infrastruktur nur eingeschränkt auf die Situation reagieren. Es hat sich also bis nach Feierabend hingezogen, bis er was "unternehmen" konnte. Die Frage war nur, was man hier in kurzer Zeit unternehmen kann, wenn man nicht die entsprechende "Ausweich-Infrastruktur" hat, aber alle Kunden, Kollegen und Bekannte haben seine E-Mail Adresse. Ein Postfach beim Provider hatte er nicht.

    Natürlich war sofort klar, dass der Dienst nicht mehr zu Verfügung stand. Ein Blick auf die Internetseite des Anbieters hat sofort klargestellt, dass der Dienst eingestellt wurde. Ein Einzeiler: "Der Dienst wurde eingestellt" auf weissen Hintergrund.

    Den Part der Sicherheitsthematik, sprich SMTP Zustellung an eine dynamische IP-Adresse, lasse ich weg. Dieser wurde auch schon rudimentär in SMTP-Basiswissen erläutert. Aber in etwa so hat es sich abgespielt. Interessanterweise nutzen selbst heute noch einige Personen kostenlose dynamische DNS Dienste im produktiven Umfeld, wie etwa die von www.dyndns.org

    Aber es werden täglich mehr, die dies nicht mehr tun, sondern auf folgende Sache ausweichen:



  3. Sie nutzen einen POLL-Dienst: der auf einer Maschine in Ihrem Netzwerk läuft und POP3 Postfächer auf externen Mailservern mit dem POP3 Protokoll immer wieder frägt, wie es etwa Outlook Express oder andere Clients tun. Sobald ein Postfach eine oder mehrere E-Mailnachrichten enthält, werden diese der Reihe nach heruntergeladen und dem lokalen Mailserver per SMTP übergeben, bzw. gleich in das Postfach des entsprechenden Anwenders gesteckt. Es gibt viele 3rd Party Applikationen im Windows- und im Linuxbereich, die diesen Dienst zentral anbieten und auch unterschiedlich konfiguriert werden. Eines der bekanntesten und vermutlich auch der meist eingesetzten Produkte ist der "Microsoft Connector for POP3 Mailboxes", wie er bei dem Microsoft Small Business Server dabei ist. Wenn Sie das tun wollen, sollten Sie aber auch die Punkte des nachfolgenden Kapitels wissen.



  4. Weiter zu Vor- und Nachteile des POP3 Verfahrens für Server